Installation von Außenstrom
Um im Garten Beleuchtung oder Steckdosen nutzen zu können, ist eine Außenstrominstallation notwendig. Außenstrom kann für Außenbeleuchtung, automatische Bewässerung, Elektrogeräte mit Stecker oder für Wasserspiele genutzt werden. Bei der Installation von Stromleitungen im Freien müssen Sie Sicherheitsvorschriften sowie Regeln und Bestimmungen berücksichtigen. In diesem Artikel wird Schritt für Schritt erklärt, wie die einzelnen Komponenten der Außenelektrik installiert und angeschlossen werden. Bitte beachten Sie: Die Installation von Außenstrom kann schwierig sein. Wenn Sie diesbezüglich unsicher sind, wenden Sie sich an einen Installateur, der dies durchführen lässt.
Sicherheit
Stellen Sie vor Beginn der Arbeiten sicher, dass alles stromlos ist, indem Sie den Hauptschalter oder zumindest den Leistungsschalter der Gruppe ausschalten, an der Sie arbeiten werden. Arbeiten an der Außenelektrik können Sie nur mit dem richtigen Werkzeug durchführen, das gilt aber natürlich für alle Arbeiten. Als Grundmaterial benötigen Sie für diese Arbeit ein Erdungskabel, Edelstahlschrauben, Dübel, Schweißklemmen und Klemmhalterungen. Zusätzlich benötigen Sie zum Schutz des Kabels ein Hostalite-Rohr. Je nachdem, welche Außenbeleuchtung oder welches elektrische System Sie installieren möchten, benötigen Sie Gartenleuchten und/oder Kabelboxen und/oder Außenschalter und/oder wasserdichte Wandsteckdosen. Als Werkzeuge werden für die Installation häufig benötigt: Schlagbohrmaschine/Bohrhammer, Abisolierzange, Seitenschneider, Schaufel, Schraubendreher und immer ein Spannungsprüfer.
Schutzklasse
Bei der Installation von Stromleitungen im Außenbereich müssen Sie einige Dinge beachten. Es ist notwendig, Material zu verwenden, das die richtige Schutzklasse (IP-Wert) aufweist. Schalt- und Installationsgeräte für den Außenbereich müssen mindestens die Schutzart IP44 aufweisen. Es gibt viele verschiedene IP-Werte, jeder mit seinen eigenen Eigenschaften. Nachfolgend sehen Sie, welcher IP-Wert welchen Schutz bietet.
Erdungskabel
Erdungskabel sind mit einem Erdungsschirm ausgestattet. Erdungskabel müssen bestimmte Sicherheitsvorschriften erfüllen. Kabel mit Erdungsschirm sind an der Kennung „as“ zu erkennen (Beispiel: 2 x 2,5 mm² YMvK-as-Kabel). Kabel mit Erdungsschirm sind sicherer als Kabel ohne Erdungsschirm. Sollten Sie beim Graben versehentlich auf „aschige“ Kabel im Boden stoßen, löst lediglich der Fehlerstrom-Schutzschalter im Zählerschrank aus. Sie selbst werden keiner Spannung ausgesetzt, was bei Kabeln ohne Erdungsschirm der Fall sein kann. Möchten Sie lediglich ein Massekabel anschließen? Lesen Sie hierzu alles im Artikel: Massekabel anschließen. Ein Teil eines Erdkabels ist ein Erdungskabel.
Verteilerkasten
Der Anschluss von Außenstrom an den Sicherungskasten muss sicher erfolgen. Dabei müssen bestimmte Regeln und Vorschriften eingehalten werden. Bei Strom im Außenbereich empfiehlt es sich, einen separaten Fehlerstrom-Schutzschalter im Sicherungskasten einzubauen bzw. zu verwenden. Weitere Informationen zum Thema Fehlerstromschutzschalter, welches Bauteil benötigen Sie oder möchten Sie mehr zur Installation eines Fehlerstromschutzschalters erfahren? Lesen Sie alles im Artikel: Fehlerstrom-Schutzschalter anschließen. Sie möchten mehr Informationen zur Anwendung und zum Anschluss eines Fehlerstromschutzschalters? Lesen Sie alles im Artikel: Was ist ein Fehlerstromschutzschalter.
Bitte beachten Sie: Das eigenständige Installieren (zusätzlicher) Gruppen kann schwierig sein. Wenn Sie diesbezüglich unsicher sind, wenden Sie sich an einen Installateur, der dies durchführen lässt.
Einen Plan zeichnen
Es ist ratsam, vor der Installation einer Außenstromleitung einen Plan zu erstellen, wie diese genau aussehen soll und was Sie möchten. Sie können eine technische Zeichnung mit Anschlussdiagrammen anfertigen, wenn Ihnen dies hilft, sich ein Bild davon zu machen, wie der Strom durch den Garten verlaufen soll. Wenn Sie mit Ihrer elektrischen Außenanlage endlich fertig sind, ist es wichtig, zu markieren, wo sich alle Kabel im Boden befinden. Dann können Sie sicher sein, dass Sie beim Graben im Garten nichts beschädigen.
Art der Beleuchtung
Sie können zwischen drei Arten der Außenbeleuchtung wählen: Netzspannungsbeleuchtung (230 V), Niederspannungsbeleuchtung (12/24 V) und Solarbeleuchtung. Beispiele hierfür sind LED-Bodenstrahler, oberflächenmontierte Außenleuchten, Erdspießstrahler, Solar-Gartenleuchten und LED-Baustrahler. Sie möchten mehr Informationen zum Thema Lichterketten und dem Anschluss eines entsprechenden Lichterkettenkabels? Alles dazu lesen Sie im Artikel: 'Lichterkette selbst basteln'.
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Mit einer Netzspannungsbeleuchtung (230 V) können Sie sicherstellen, dass Sie einen dunklen Garten vollständig beleuchten können. Dieses verfügt über eine hohe Lichtintensität und Sie haben die Möglichkeit das Licht zu dimmen. Eine Netzspannungsbeleuchtung eignet sich besonders gut für die vollständige Beleuchtung einer Terrasse, einer Einfahrt oder beispielsweise eines großen Baumes.
Bitte beachten: Wichtig ist, dass das Erdungskabel bei anliegender Netzspannung mindestens 60 Zentimeter tief im Boden liegt.
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Mit Niedervoltbeleuchtung (12/24V) sorgen Sie für eine ansprechende Atmosphäre im Garten. Diese Beleuchtung ist oftmals dimmbar. Niedervoltbeleuchtung hat den Vorteil, dass sie sicher ist und wenig Energie verbraucht. Darüber hinaus weist diese Beleuchtung eine längere Lebensdauer als Netzspannungslampen auf.
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Mit Solarbeleuchtung sorgen Sie, genau wie mit Niedervoltbeleuchtung, für Atmosphäre im Garten. Darüber hinaus kann es als Orientierungsbeleuchtung eingesetzt werden. Da Solarbeleuchtung kabellos funktioniert, ist ihre Installation einfacher als die von Beleuchtungen mit Netzspannung oder Niedervolt. Der Nachteil einer Solarbeleuchtung besteht in der geringeren Lichtintensität, wodurch Ihnen nur eingeschränkte Beleuchtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.


