Warum Sie den Akku Ihres Elektrofahrrads niemals über Nacht am Ladegerät lassen sollten (und das liegt nicht nur an der Brandgefahr)
So verlängern Sie die Akkulaufzeit drastisch.
Für die meisten E-Bike-Besitzer ist es völlig normal: Nach einer langen Fahrt (oder sogar täglich) wird das Rad in den Schuppen gebracht, aufgeladen und am nächsten Morgen mit vollem Akku wieder losgefahren. Wir alle wissen mittlerweile, dass dies ein Brandrisiko birgt, aber es gibt noch einen weiteren wichtigen (finanziellen) Grund, das Ladegerät vor dem Schlafengehen vom Akku zu trennen.
Ein neuer Akku für ein E-Bike kostet heutzutage locker 500 Euro. Er ist mit Abstand das teuerste Teil Ihres Fahrrads, und trotzdem behandeln wir ihn oft wie ein Wegwerfprodukt. Chemisch gesehen sind die Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Zellen im Akku am stabilsten, wenn sie zwischen 20 und 80 Prozent geladen sind. Sobald Sie das Ladegerät über Nacht angeschlossen lassen, wird der Akku stundenlang einer hohen Spannung ausgesetzt. Dadurch verschlechtert sich die chemische Zusammensetzung des Akkus deutlich schneller – er verschleißt also. Die Folge? Ihr Akku verschleißt bis zu 30 Prozent schneller als nötig. Statt sechs oder sieben Jahre hält er praktisch schon nach drei Jahren, weil die Reichweite auf einen Tiefststand gesunken ist. Und ja, (die meisten) Akkus lassen sich reparieren oder wiederaufbereiten, aber auch das kostet einiges. Deutlich weniger als ein neuer Akku, aber trotzdem…
Die goldene 80-Prozent-Regel
Sie möchten nicht schon bald wieder 500 Euro für eine neue Batterie ausgeben müssen? Dann behandeln Sie Ihre Batterie pfleglich. Fachleute raten davon ab, die Batterie über 80 Prozent zu laden, wenn Sie nicht unmittelbar eine längere Reise antreten. Falls Sie doch einmal eine volle Batterie benötigen, gilt: Laden Sie sie kurz vor der Abfahrt auf und lassen Sie sie nicht über Nacht am Ladegerät.
Ein einfacher Zeitschalter für wenige Euro zwischen Steckdose und Ladegerät ist die beste Investition, die Sie tätigen können. Stellen Sie ihn so ein, dass er den Strom nach drei oder vier Stunden abschaltet. Ihr Fahrradmechaniker wird Ihnen diesen Tipp wahrscheinlich nicht geben, aber für Ihren Geldbeutel ist es der wichtigste Wartungstrick überhaupt.
